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Karrierecoaching gefördert: Neustart mit AVGS finanzieren
Du spürst, dass dein aktueller Job nicht mehr passt – aber du weißt noch nicht genau, wohin die Reise gehen soll? Ein professionelles Karrierecoaching kann genau hier ansetzen: Es hilft dir, deine Stärken zu sortieren, eine realistische Richtung zu finden und den nächsten Schritt konkret zu planen. Die gute Nachricht: Ein solches Coaching musst du in vielen Fällen nicht selbst bezahlen. Über einen AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) kann die Arbeitsagentur oder das Jobcenter die Kosten übernehmen – bei einem zugelassenen Anbieter bis zu 100 Prozent. In diesem Ratgeber erfährst du, für wen sich das AVGS-Karrierecoaching eignet, was es abdeckt und wie du es Schritt für Schritt anfragst.
Das Wichtigste in Kürze
- Was ist gefördertes Karrierecoaching? Ein individuelles Coaching zur beruflichen Neuorientierung, das über einen AVGS finanziert werden kann.
- Wer zahlt? Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter – über einen AVGS bei einem zugelassenen Anbieter bis zu 100 Prozent der Kosten.
- Für wen? Für Menschen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder Bürgergeld beziehen – darunter auch Akademiker, Quereinsteiger und Berufstätige ab 50.
- Wichtig: Der AVGS ist eine Kann-Leistung (Ermessen). Es besteht kein automatischer Rechtsanspruch.
- Erster Schritt: Mit dem Fördercheck herausfinden, ob ein AVGS für deine Situation in Frage kommt.
Was bedeutet "Karrierecoaching gefördert"?
Wenn du nach gefördertem Karrierecoaching suchst, geht es meist um zwei Dinge: eine echte berufliche Standortbestimmung – und eine Finanzierung, die du nicht aus eigener Tasche stemmen musst. Genau diese Lücke füllt der AVGS.
Der AVGS ist ein Instrument der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter. Anders als der Bildungsgutschein, der eine konkrete Weiterbildung oder Umschulung finanziert (also das Erlernen eines neuen Berufs), fördert der AVGS Coaching und Vermittlung. Beim Karrierecoaching heißt das: Du bekommst eine persönliche Begleitung, die dir hilft, deine berufliche Richtung zu klären – nicht einen Lehrgang mit Zertifikat.
Beide Gutscheine ergänzen sich oft sinnvoll. Viele Menschen klären zuerst mit einem AVGS-Coaching, wohin sie überhaupt wollen, und nutzen erst danach einen Bildungsgutschein für die passende Qualifizierung. So vermeidest du, eine teure Weiterbildung zu beginnen, die am Ende doch nicht zu dir passt.
Für wen ist das AVGS-Karrierecoaching gedacht?
Grundsätzlich kommt ein AVGS für Menschen in Frage, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder Bürgergeld beziehen. Innerhalb dieser Gruppe gibt es einige typische Situationen, in denen sich ein Karrierecoaching besonders lohnt.
Akademiker und Fachkräfte
Ein abgeschlossenes Studium ist kein Garant dafür, dass der Berufsweg von allein klar wird. Viele Akademiker stehen nach einigen Jahren vor der Frage: Passt mein Fach noch zu mir? Will ich in eine andere Branche? Ein Coaching hilft, akademische Kompetenzen in eine konkrete, marktfähige Position zu übersetzen. Speziell für diese Zielgruppe lohnt sich ein Blick auf AVGS für Akademiker, weil sich Bewerbungsstrategien und Suchwege im akademischen Umfeld oft von klassischen Vermittlungswegen unterscheiden.
Quereinsteiger
Du möchtest die Branche oder das Berufsfeld komplett wechseln, weißt aber nicht, welche deiner bisherigen Fähigkeiten übertragbar sind? Ein Coaching macht genau diese "transferierbaren Kompetenzen" sichtbar und hilft dir, deinen Werdegang als Stärke zu erzählen statt als Bruch. Das ist beim Quereinstieg oft der entscheidende Unterschied im Bewerbungsprozess.
Menschen ab 50
Ein Neustart in der zweiten Berufshälfte ist gut machbar – braucht aber manchmal eine andere Strategie. Erfahrung, Verlässlichkeit und Führungsstärke sind echte Pluspunkte, die im Bewerbungsprozess klar herausgearbeitet werden sollten. Ein Coach unterstützt dich dabei, diese Stärken selbstbewusst zu kommunizieren und mit modernen Bewerbungswegen umzugehen.
Was deckt ein gefördertes Karrierecoaching ab?
Ein AVGS-Karrierecoaching ist individuell auf dich zugeschnitten. Die Inhalte werden gemeinsam mit deinem Coach festgelegt. Typische Bausteine sind:
- Standortbestimmung und Stärkenanalyse: Wo stehst du, was kannst du, was willst du wirklich?
- Berufliche Zieldefinition: Welche Rollen, Branchen oder Aufgabenfelder passen realistisch zu dir?
- Bewerbungsstrategie: Optimierung von Lebenslauf, Anschreiben und Online-Profilen (z. B. LinkedIn, Xing).
- Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche: Gesprächstraining, Umgang mit kritischen Fragen, Gehaltsverhandlung.
- Suchwege und Marktzugang: Wie und wo findest du passende Stellen – auch jenseits klassischer Jobbörsen?
- Selbstvertrauen und Klarheit: Gerade nach einer Kündigung oder längeren Orientierungsphase ein wichtiger Faktor.
Möchtest du dich nicht anstellen lassen, sondern den Sprung in die Selbstständigkeit wagen? Dann ist statt des klassischen Karrierecoachings ein Gründercoaching der richtige Weg – auch dieses kann über einen AVGS gefördert werden. Mehr dazu findest du beim Coaching für die Gründung.
So fragst du den AVGS bei der Arbeitsagentur an
Der Weg zum geförderten Karrierecoaching führt immer über deinen Ansprechpartner bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter. Wichtig zu wissen: Der AVGS ist eine Kann-Leistung – die Ausstellung liegt im Ermessen deiner Vermittlerin oder deines Vermittlers. Es gibt also keinen automatischen Anspruch, aber mit guter Vorbereitung erhöhst du deine Chancen deutlich.
Schritt für Schritt
- Bedarf klären: Überlege dir vorab, warum ein Coaching dir bei der (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt hilft. Je konkreter dein Anliegen, desto besser.
- Termin vereinbaren: Sprich aktiv ein Beratungsgespräch bei deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter an.
- Überzeugend argumentieren: Erkläre, dass ein Karrierecoaching deine Vermittlungschancen verbessert – etwa weil du eine klare Richtung und eine bessere Bewerbungsstrategie brauchst.
- AVGS erhalten: Wird dein Bedarf anerkannt, stellt die Behörde dir den Gutschein aus. Auf ihm sind das Ziel der Maßnahme und die Gültigkeitsdauer vermerkt.
- Zugelassenen Anbieter wählen: Der AVGS kann nur bei einem nach AZAV zugelassenen Anbieter eingelöst werden. Achte darauf, dass dein Wunsch-Coach diese Zulassung hat.
- Coaching starten: Du löst den Gutschein beim Anbieter ein – bei voller Förderung entstehen dir keine eigenen Kosten.
Tipp zur Vorbereitung
Geh gut vorbereitet ins Gespräch. Wenn du bereits einen passenden, zugelassenen Anbieter und ein konkretes Coaching-Ziel nennen kannst, wirkt dein Anliegen klarer und durchdachter. Eine Übersicht, wie der Gutschein funktioniert und worauf du achten solltest, findest du auf unserer Seite zum AVGS.
AVGS, Gründungszuschuss und Co. – nicht verwechseln
Rund um den Karriere-Neustart kursieren viele Begriffe. Damit du den Überblick behältst:
- AVGS: Finanziert das Coaching (z. B. Karriere-, Bewerbungs- oder Gründercoaching) bei einem zugelassenen Anbieter.
- Bildungsgutschein: Finanziert eine Weiterbildung oder Umschulung – also das Erlernen eines neuen Berufs.
- Gründungszuschuss: Eine separate Geldleistung zur Sicherung deines Lebensunterhalts, wenn du als Bezieher von Arbeitslosengeld I in die Selbstständigkeit startest. Das Pendant beim Bürgergeld heißt Einstiegsgeld.
Wichtig: Der Gründungszuschuss ist nicht dasselbe wie der AVGS. Der AVGS zahlt das Coaching, der Gründungszuschuss sichert dein Einkommen in der Startphase. Beide können sich ergänzen. Welche Instrumente für deine Lage passen, lässt sich am besten individuell prüfen – einen guten Überblick gibt unsere Seite zur Förderung.
Häufige Fragen
Muss ich für das Karrierecoaching etwas dazuzahlen? Bei einem vollständig über den AVGS geförderten Coaching bei einem zugelassenen Anbieter entstehen dir in der Regel keine eigenen Kosten. Details klärst du mit dem Anbieter.
Habe ich einen Anspruch auf den AVGS? Nein. Der AVGS ist eine Ermessensleistung. Ob er ausgestellt wird, entscheidet deine Ansprechperson bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter im Einzelfall.
Ich bin noch angestellt, aber unzufrieden. Kommt ein AVGS in Frage? Möglicherweise – wenn du von Arbeitslosigkeit bedroht bist, etwa bei einer absehbar endenden Befristung. Sprich deine Situation offen bei der Arbeitsagentur an.
Was ist der Unterschied zum Bildungsgutschein? Der AVGS fördert Coaching und Vermittlung, der Bildungsgutschein eine konkrete Weiterbildung. Oft ist die Reihenfolge sinnvoll: erst Orientierung, dann Qualifizierung.
Dein nächster Schritt
Ein Karriere-Neustart beginnt mit Klarheit – und die musst du dir nicht allein erarbeiten. Ob als Akademiker:in, Quereinsteiger:in oder Fachkraft ab 50: Ein gefördertes Karrierecoaching kann dir helfen, deine Richtung zu finden und überzeugend nach außen zu tragen. Ob ein AVGS für deine Situation in Frage kommt, findest du in wenigen Minuten heraus. Mach jetzt den unverbindlichen Fördercheck – wir zeigen dir, welches Förderinstrument zu dir passt und wie es weitergeht.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Der AVGS ist eine Ermessensleistung; ein Anspruch oder eine bestimmte Förderhöhe kann nicht garantiert werden. Für eine individuelle Beratung wende dich bitte an die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder eine andere qualifizierte Stelle.
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Fördercheck startenRechtlicher Hinweis:
Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen nicht das persönliche Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Förderkompass bietet keine Rechtsberatung und keine Garantie für die Bewilligung eines Bildungsgutscheins.